1996
19.07.1996
Naturtalent bleibt auf dem Boden
Nachwuchs-Talent Tosca Wagener vom Judo-Club Tiengen erzielt spektakuläre Erfolge
Mit erstaunlichen Leistungen macht derzeit eine junge Kämpferin des Judo-Club Tiengen von sich reden: Die zwölfjährige Tosca Wagener hat sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften den ersten Platz belegt.
Der diesjährige Erfolg ist umso erstaunlicher, als dazwischen der Wechsel von der D- in die C-Jugend lag. Nach dem Wechsel in eine neue Altersgruppe gleich den bestmöglichen Titel abzustauben, sei "spektakulär", so Joschi Behringer, Cheftrainer des Vereins. Überhaupt könne er sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal verloren habe. So hat Tosca 1995 in jedem Pokalturnier auf badischer Ebene; also dreimal, einen Spitzenplatz belegt.
Solche Erfolge erreicht sie nicht mit übersteigertem Ehrgeiz, sondern aufgrund einer "guten Motorik für diesen Sport". Das Naturtalent zeigte sich schon 1991, als die damals siebenjährige Tosca mit Judo anfing und gleich die erste Vereinsmeisterschaft gewann. Als sie dann 1993 begann, auf Turnieren zu kämpfen, schaffte sie es auf Anhieb bis zu den Badischen Meisterschaften.
Zwar trainiert Tosca regelmäßig, das heißt mindestens einmal pro Woche, doch angesichts der Erfolge seien ihre Trainingsinvestitionen minimal, meint Joschi Behringer. Trainiert hat sie bei Anja Behringer, Melanie Waldrich und gelegentlich Werner Polzer; in diesem Jahr führen Melanie Waldrich und Holger Probst das Training fort.
Weder Tosca noch ihren Eltern sind die sportlichen Erfolge zu Kopf gestiegen. Auch die Eltern pflegen keinen übertriebenen sportlichen Ehrgeiz und würden ihre Tochter diesbezüglich niemals unter Druck setzen. Wichtiger sind zunächst einmal die schulischen Leistungen, und die können sich durchaus sehen lassen. Tosca besucht die Realschule in Tiengen und bringt zum Abschluß des fünften Schuljahres jetzt ein gutes Zeugnis nach Hause.

Die zwolfjahrige Tosca Wagener ist derzeit erfolgreichste
Nachwuchskämpferin des Judo-Clubs Tiengen.
08.10.1996
Judo-Club Tiengen hat eine ganze Reihe hoffnungsvoller Talente
Bei Toska Wagener gab die Mutter den Anstoß, Clemens Geng kam eher zufällig zum Judo. Lorenz Behringer probierte es erst mit Fußball, Simon Behringer ebenso. Beide hatten keine Lust, die Rolle als "Bankwärmer" zu spielen. Simon wurde dann durch einen Zeitungsartikel auf den asiatischen Kampfsport aufmerksam. Tino und Sascha Brandt waren durch den Vater vorbelastet, der in Berlin selbst Judotrainer war. Als sie an den Hochrhein zogen, war der Schritt zum JC Tiengen fast logisch. Ein paar andere wurden durch Geschwister oder Freunde auf Judo aufmerksam. Egal wie sie dazu kamen, alle wurden von diesem olympischen Kampfsport gefesselt, haben riesigen Spaß - vor allem beim Training.
Ein Mann hat großen Anteil daran, daß immer wieder Talente heranwachsen, die auch auf überregionaler Ebene Erfolge vorzuweisen haben: Josef "Joschi" Behringer. Auch der heutige Vorsitzende des JC Tiengen, Dietmar Ebner, ging durch seine Judo-Schule. Drei Monate nach der Gründung im Jahre 1966, trat er dem JC Tiengen bei. Fast 20 Jahre kämpfte er aktiv im Mittelgewicht erfolgreich auf der Matte. Vor zehn Jahren, im Alter von 36 Jahren, war damit Schluß. Schon 1970 machte "Joschi" Behringer den Trainer C-Schein, arbeitete ein Konzept für die Jugendarbeit aus, das bis heute so Bestand hat.
Zu Anfang kamen nur wenige zum Training. Der Run setzte dann zu Beginn der 80'er Jahre ein. Heute trainiert der inzwischen 46 jährige Behringer die jungen Wettkämpfer, betreut aber auch Anfängerkurse und gibt seinen reichen Erfahrungsschatz an die fortgeschrittenen Judoka weiter. Über mangelnde Arbeit kann er nicht klagen, doch er sieht einen Trend, der ihn etwas traurig stimmt: "Weg vom Wettkampf, hin zum Hobby-Judo. Dieser Trend setzt verstärkt in der Pubertät ein. Aus diesem Grund sind unsere Talente auch meist etwas jünger", berichtet der Chef-Trainer des JC Tiengen.
Gründe, warum Wettkämpfe den Kids nicht so viel Spaß machen, gibt es genug. Clemens Geng nervt daran, daß er sein Gewicht halten muß. Simon Behringer machen der Wettkampfstreß und die teilweise langen Anfahrten zu schaffen. Doch es gibt auch die anderen, denen Wettkämpfe den besonderen Kick geben.
Eine davon ist die zwölfjährige Toska Wagener. Im Juli wurde sie in Horb baden-württembergische, Meisterin. Sie wiederholte damit, was sie schon ein Jahr zuvor ge schafft hatte. Die Besonderheit daran: 1995 holte sie den Titel als D-Jugendliehe, 1996 als C-Jugendliche. Kein Wunder also, daß selbst eine solch alter Hase wie "Joschi" Behringer davon beeindruckt ist. Toska selbst hat riesigen Spaß dabei - auch oder gerade im Training.
Da sorgt Behringer zusammen mit Holger Probst, der erst im Juni Anja Behringer ablöste, die aus beruflichen Gründen zurückstecken mußte, und Werner Polzer für ein variantenreiches Training. Assistiert werden die drei von Melanie Waldrich, die ebenfalls aus der Talentschmiede von "Joschi" Behringer kommt. Im Training hat Melanie auch endlich mal ihre jüngere Schwester Jennifer im Griff. "Ein seltsames Gefühl, wenn man auf die Schwester als Trainerin hören muß, zuhause aber überhaupt nicht auf sie hört", gesteht Jennifer Waldrich schmunzelnd.
Mit der momentanen Situation ist der Trainer des JC Tiengen allerdings trotzdem nicht glücklich. "Wir haben einfach zu wenig 17 bis 19jährige in unserem Verein, die sich um den Nachwuchs kümmern. Wenn man es nämlich so lange macht wie ich, fehlt es doch manchmal an der nötigen Motivation." Das Ur-Problem resultiert aus der Tatsaehe, daß mit 15 für viele Schluß ist mit Judo oder sie legen zumindest eine längere Pause ein. Andere Interessen bekommen Priorität. Behringer: "Ehrlich, das frustriert manchmal schon. Man muß mit der Aufbauarbeit immer wieder von vom beginnen!"
Der erfahrene Trainer überläßt aber weiterhin nichts dem Zufall, hängt sich immer noch voll rein. Abwechslungsreiches Training, gespickt mit Spielen, Kondition, Griffschule, Konzentrations-, und Geschicklichkeitsübungen gehört für ihn ebenso zur Ausbildung, wie Gürtelprüfungen und Wettkämpfe. "Gürtelprüfungen und Wettkämpfe sind die größte Motivation", so die Erfahrung von Behringer.
Dennoch macht er einen Unterschied zu früheren Jahren aus: "Die Leistungsbereitschaft der Kinder ist nicht mehr so groß!" Wollten vor ein paar Jahren von einem Anfängerkurs mit 30 Kindern rund zwei Drittel später auch Wettkämpfe bestreiten, so ging diese Zahl kontinuierlich auf ein Drittel zurück. Schulstreß und einem Überangebot an Sport- und Freizeitaktivitäten gibt Behringer die Schuld daran. Immerhin hat der JC Tiengen derzeit aber noch 13 Mädchen und Jungen in seinen Reihen, die auf südbadischer und badischer Ebene sich recht erfolgreich auf den Wettkampfmatten schlagen.
Marc Kuner kam bereits mit vier Jahren zum Judoclub Tiengen. Obwohl er erst elf Lenze zählt, gehört er mit seiner Erfahrung schon zu den "alten Hasen". Er hat richtig viel Spaß, will auch als Erwachsener noch Wettkämpfe bestreiten. Marc weiß, daß er nicht immer als Sieger die Matte verlassen kann. Seine Erkenntnisse sind aber schon bemerkenswert: "Wenn man verloren hat, ist man traurig. Aber auch aus Niederlagen kann man immer etwas lernen!"

Joschi Behringer (rechts) zaubert beim JC Tiengen mit seinen
Trainer-Kollegen Holger Probst (hinten 4. von links) und Melanie
Waldrich (links) immer wieder Talente aus dem Hut.
Hinten von links Simon Behringer, Dorothee Straub, Sascha Brandt,
Tino Brandt, Jennifer Waldrich. Vorne von links Toska Wagener,
Clemens Geng, Jacob Garvelmann, Raphael Straub, Lorenz Behringer,
Moritz Wurm, Florian Wurm, Marc Kuner.
22.10.1996
JUDO-NACHWUCHS
Alle vier auf vorderen Plätzen
Mit vier jugendlichen Kämpfern fuhr der Judo-Club Tiengen zum Intemationalen ,,Falko-Stiller-Gedächtnistumier" nach EfringenKirchen, und alle vier schafften eine Plazierung, was in der Mannschaftswertung den zweiten Platz ergab. Unter insgesamt 120 Teilnehmern unter 15 Jahren gelang Tino Brandt in seiner Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm ein Sieg, Clemens Geng wurde in der Klasse bis 50 Kilogramm Zweiter, auf je einen dritten Platz kamen Michael .Zeitz in der Klasse bis 40 und Raphael Straub in der Klasse bis 55 Kilogramm. Trainer Holger Probst konnte mit seinen Jungs sehr zufrieden sein.
14.12.1996
JUDO-JUGEND
In Finale des Nikolausturnier
Obwohl sie zwei Gewichtsklassen nicht besetzen konnte, wurde die C-/B-Jugend des Judo-Club Tiengen beim Turnier in Bad Säckingen Zweiter. Nach Siegen gegen Efringen-Kirchen und Grenzach-Wyhlen wurde das Finale gegen Wutöschingen im Stechen mit 1:2 verloren. Es kämpften Christian Ebner, Pascal Rohrbach, Daniel Kappler, Lorenz Behringer, Jakob Garvelmann, Michael Zeitz, Clemens Geng, Marc Kuner, Raphael Straub, Tino Brandt.